Während die meisten Reisenden im Februar die üblichen Verdächtigen ansteuern, wartet in Südkorea ein Geheimtipp darauf, entdeckt zu werden: Gyeongju, die antike Hauptstadt des Silla-Reiches. Dieser Ort vereint jahrtausendealte Geschichte mit einer Atmosphäre, die perfekt für ein romantisches Wochenende zu zweit geschaffen scheint. Der Februar mag kühl sein, doch genau diese Jahreszeit verleiht der Stadt einen besonderen Zauber – weniger Touristen, kristallklare Luft und jene intime Stimmung, die man sich für gemeinsame Erkundungen wünscht.
Warum Gyeongju im Februar die richtige Wahl ist
Im Februar präsentiert sich Gyeongju von einer Seite, die viele nicht kennen. Die Temperaturen bewegen sich zwischen -5 und 8 Grad Celsius, was bedeutet: warme Schichten einpacken und die Stadt praktisch für sich haben. Die Nebensaison beschert nicht nur deutlich günstigere Preise, sondern auch die Möglichkeit, die historischen Stätten ohne Gedränge zu genießen. Stellt euch vor, Hand in Hand durch leere Tempelanlagen zu schlendern, während der Winterwind durch die alten Pagoden weht – das ist Romantik pur.
Das freiliegende Museum unter freiem Himmel
Gyeongju trägt den Beinamen „Museum ohne Mauern“ vollkommen zu Recht. Überall in der Stadt stoßt ihr auf Zeugnisse einer 992 Jahre währenden Dynastieherrschaft. Der Tumuli-Park im Stadtzentrum beherbergt über 20 königliche Grabhügel, die wie sanfte grüne Hügel in der Landschaft liegen. Der Eintritt kostet lediglich etwa 1,50 Euro pro Person, und ihr könnt Stunden damit verbringen, zwischen diesen mysteriösen Erhebungen umherzuwandern.
Das Cheomseongdae-Observatorium, erbaut im 7. Jahrhundert und damit eines der ältesten erhaltenen astronomischen Observatorien Asiens, ist frei zugänglich. Besonders in den späten Nachmittagsstunden, wenn das winterliche Licht die alten Steine in goldene Töne taucht, entfaltet dieser Ort seine ganze Magie.
Tempelschätze und spirituelle Momente
Der Bulguksa-Tempel, UNESCO-Weltkulturerbe und architektonisches Meisterwerk, liegt etwa 16 Kilometer außerhalb der Stadt. Im Februar liegt manchmal eine dünne Schneeschicht über den geschwungenen Dächern – ein Anblick, den ihr nicht vergessen werdet. Der Eintritt beträgt circa 4 Euro, und die Anlage ist großzügig genug, um selbst bei einem längeren Besuch ruhige Ecken nur für euch beide zu finden.
Von hier aus führt ein Wanderweg zur Seokguram-Grotte, einer buddhistischen Höhle mit einer beeindruckenden Buddha-Statue aus dem 8. Jahrhundert. Der etwa 3 Kilometer lange Aufstieg mag im Februar etwas frostig sein, doch die Aussicht über die umliegenden Berge belohnt jede Anstrengung. Zieht gute Wanderschuhe an und nehmt eine Thermoskanne mit heißem Tee mit.
Durch die Straßen der Geschichte schlendern
Das traditionelle Hanok-Viertel Gyeochon bietet einen Einblick in die koreanische Wohnkultur vergangener Jahrhunderte. Die engen Gassen zwischen den Holzhäusern mit ihren charakteristischen geschwungenen Dächern laden zum Verlaufen ein – im besten Sinne. Hier findet ihr kleine Cafés in renovierten Hanok-Häusern, wo eine Tasse Kaffee etwa 3 bis 4 Euro kostet und ihr euch in gemütlichen Räumen mit Bodenheizung aufwärmen könnt.
Der nahegelegene Anapji-Teich, einst Teil eines königlichen Palastes, verwandelt sich nach Einbruch der Dunkelheit in ein Lichtermeer. Die Reflexionen im Wasser schaffen eine fast surreale Atmosphäre. Der Eintritt kostet etwa 2 Euro, und gerade im Februar, wenn ihr den Ort nahezu für euch allein habt, entsteht eine Intimität, die tagsüber schwer zu finden ist.
Kulinarische Entdeckungen für schmale Budgets
Die koreanische Küche zeigt sich in Gyeongju von ihrer authentischsten Seite. In den lokalen Märkten rund um den Seongdong-Markt findet ihr Garküchen, wo eine herzhafte Mahlzeit zwischen 4 und 7 Euro kostet. Probiert unbedingt Ssambap, Reis mit verschiedenen Blättern und Beilagen zum Selbsteinwickeln – ein interaktives Esserlebnis, das zu zweit besonders Spaß macht.

Die Spezialität der Region ist Gyeongju-Brot, gefüllt mit süßer roter Bohnenpaste. An Straßenständen bekommt ihr eine Packung für etwa 3 Euro – perfekt als Snack für Erkundungstouren oder als kleine Aufmerksamkeit für die Unterkunft.
In den Restaurants abseits der Haupttouristenstraßen zahlt ihr für ein komplettes koreanisches Menü mit Banchan (den traditionellen Beilagen) zwischen 8 und 12 Euro pro Person. Die Portionen sind großzügig, und das Teilen verschiedener Gerichte gehört zur koreanischen Esskultur – ideal für Paare, die gemeinsam Neues entdecken möchten.
Praktische Tipps für die Fortbewegung
Gyeongju ist kompakt genug, um vieles zu Fuß zu erkunden, doch für die weiter entfernten Sehenswürdigkeiten gibt es clevere Alternativen. Das lokale Bussystem ist zuverlässig und kostet pro Fahrt etwa 1 Euro. Tickets kauft ihr direkt beim Fahrer oder nutzt eine wiederaufladbare Transportkarte, die an Convenience-Stores erhältlich ist.
Noch authentischer und flexibler seid ihr mit gemieteten Fahrrädern unterwegs. Mehrere Verleihstationen in der Innenstadt bieten Räder für etwa 8 bis 10 Euro pro Tag an. Im Februar solltet ihr euch warm anziehen, doch die Distanzen sind überschaubar, und ihr könnt nach Belieben anhalten, wo immer euch etwas ins Auge fällt.
Für die Strecke zum Bulguksa-Tempel fahren lokale Busse mehrmals stündlich vom Hauptbahnhof. Die Fahrt dauert etwa 40 Minuten und kostet rund 1,50 Euro pro Person und Richtung.
Übernachtung ohne Luxuspreise
Die Unterkunftssituation in Gyeongju spielt Budget-Reisenden besonders im Februar in die Karten. Gästehäuser und kleine Pensionen bieten Doppelzimmer bereits ab 25 bis 35 Euro pro Nacht an. Viele dieser Unterkünfte liegen in traditionellen Hanok-Häusern und vermitteln ein Gefühl von Authentizität, das kein Luxushotel bieten kann.
Die Ondol-Bodenheizung in traditionellen Unterkünften hält euch auch in kalten Februarnächten wohlig warm. Meist ist ein einfaches Frühstück im Preis inbegriffen – oft Reis, Kimchi und weitere Kleinigkeiten, die einen guten Start in den Tag ermöglichen.
Wer noch mehr sparen möchte, findet in den Hostels der Stadt Privatzimmer für Paare ab etwa 20 Euro. Die Gemeinschaftsräume bieten zudem die Chance, andere Reisende kennenzulernen und Tipps auszutauschen.
Romantische Momente jenseits der Touristenpfade
Der Bomun-See am Stadtrand zeigt sich im Februar in ruhiger Winterstimmung. Ein Spaziergang um das Ufer dauert etwa eine Stunde und kostet nichts außer Zeit. Die umliegenden Berge spiegeln sich im Wasser, und mit etwas Glück begegnet ihr nur vereinzelten Joggern und anderen Spaziergängern.
Im Nationalmuseum von Gyeongju, dessen Eintritt frei ist, könnt ihr euch nicht nur vor der Kälte schützen, sondern auch tief in die Silla-Geschichte eintauchen. Die Goldkrone aus dem Königsgrab ist weltberühmt und allein einen Besuch wert. Plant mindestens zwei Stunden ein, um die Sammlung angemessen zu würdigen.
Für einen besonderen Abschluss des Tages empfiehlt sich ein Besuch in einem der traditionellen Teehäuser. Hier kostet eine Kanne traditioneller koreanischer Tee zwischen 5 und 8 Euro, die für zwei Personen reicht. Die ruhige Atmosphäre, oft begleitet von traditioneller Musik, schafft Momente der Entschleunigung, die im Alltag selten werden.
Gyeongju im Februar ist mehr als nur eine günstige Reiseoption – es ist eine Einladung, Geschichte zu zweit zu erleben, wenn die Stadt ihre intime Seite zeigt. Die Kombination aus kulturellem Reichtum, überschaubaren Kosten und der besonderen Winteratmosphäre macht dieses Wochenende zu einem Erlebnis, das lange nachwirkt. Packt warme Kleidung ein, bringt Neugierde mit und lasst euch von einer der faszinierendsten historischen Städte Asiens verzaubern.
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